Teilnahme an Wertungsspielen und Akkordeonmeisterschaften


1952 Wertungsspiele in den Buchersälen in Nürnberg
1953 Fränkische AO-Wertungsspiele
1954 Wertungsspiele in Nürnberg / Gartenstadt
1955 Bayerische Akkordeonmeisterschaften in Schwabach
1956 Wertungsspiele in Landshut
1958 Bayerischer Akkordeonmeisterschaften Humboldtsäle Nürnberg
1960 Bayerische Akkordeonmeisterschaften in Weilheim1987 Fränkische Wertungsspiele in Hof, Juniorenorchester
1991 Fränkische Harmonikatage in Zirndorf
1992 Bayerischer Akkordeon-Wettbewerb in Erlangen
1993 Fränkische Harmonikatage in Hof
1997 Bayerischer Akkordeon-Wettbewerb in Passau
2006 Bayerische Akkordeonmeisterschaften in Guenzburg / Donau

 

 

Die Vorstandschaft der letzten fünfzig Jahre


Erster Vorstand

Jakob List 1952 bis 1988
Josef Dierl 1989
Günther Zimmermann 1990 bis 1999
Uwe Stender 2000 bis 2001
Günther Zimmermann 2002 bis 2007
Manfred Rudnick seit Januar 2008

Zweiter Vorstand

Manfred Rudnick 1988
Hans-Jürgen Kaiser 1989
Reiner Gottwald 1990 bis 1995
Reantus Fischer 1996 bis 2001
Ingrid Oppelt 2002 bis 2007
Reiner Gottwald 2008 bis 2009
Margit Eckstein seit Januar 2010

Konzertmeister

Leonhard Esberger 1952 bis 1982
Reiner Gottwald 1983 bis 1984
Franz Giptner 1985 bis 1992
Manfred Rudnick 1993

Dirigenten Stammorchester

Franz Fassmann 1952 bis 12. November 1993
Christian Kaiser seit dem 12. November 1993

Dirigenten Jugendorchester

Anton Gebert 1977 bis Juli 1988
Christian Kaiser Juli 1988 bis 12. November 1993
Detlev Woityschyn seit 12. November 1993

Schriftführer

Günther Zimmermann 1983 bis 1989
Angelika Stender 1990 bis 1993
Monika Ziegler 1994 bis 1999
Ingrid Raschka-Fischer 2000 bis 2003
Angelika Stender 2004 bis 2007
Renatus Fischer seit Oktober 2007

Kassenführer

Maria Esberger 1952 bis 1986
Helga Reithinger 1987 bis 1989
Jutta Schmidt 1990 bis 1997
Ingrid Oppelt 1998 bis 1999
Reinhardt Herbst 2000 bis 2001
Angelika Stender 2001 bis 2003
Margit Eckstein 2004 bis 2009
Kerstin Link seit Januar 2010

Notenwart

Christian Kaiser 1983 bis 1988
Hans Knoll seit Januar 1989

 

 

1959

Auf dieses Jahr blickt das Akkordeon-Orchester voller Stolz zurück. Es war eine Veranstaltung der ganz besonderen Art, die Franz Fassmann angeregt und auch durchgeführt hat. Bis dahin einmalig, gab das Akkordeon-Orchester Roßtal am 18. Oktober 1959 unter seiner Leitung das erste Kirchenkonzert für Akkordeon in der Bundesrepublik in der Christkönig-Kirche zu Roßtal. Unter der Mitwirkung des Kirchenchors St. Ludwig, Nürnberg, und seines Dirigenten Herrn Schiederer standen folgende Stücke auf dem Programm:

Feierliches Vorspiel
Vor einer alten Kirche
Intermezzo aus Notre Dame
Reigen seliger Geister und
Sursum Corda.

Es mutet an wie der krönende Abschluß des ersten Jahrzehnts des Orchesters. In diesem Jahr gab´s am 18. April noch ein Konzert im Kandelsaal, bei dem Josef Dierl mit einem Solo zeigen konnte was, er gelernt hatte. Abgerundet wurde das Jahr mit der Weihnachtsfeier der Fußballabteilung des TSV 1861 Zirndorf, die das AOR musikalisch umrahmte.




„Die Bank im Park"
Sitzen da, als könnten sie kein Wässerchen trüben.
Von links: Jürgen Wirth und Edith Ulbricht (Heute ein Paar), Loni Esberger,
Ria Esberger, Irma Held, Franz Giptner und Heinz Gschwind.

 

 

Das neue Jahrtausend

Das neue Jahrtausend beginnt im Orchester mit einer Krise. Wie bereits Ende 1999 bekannt wird, will Günther Zimmermann von seinem Amt als 1. Vorsitzender zurücktreten. Er war seit 1990 ununterbrochen 1. Vorstand und lässt sich nicht umstimmen. Da er den Verein in hervorragender Weise führte und dafür viel Zeit opferte, ist der Schlag umso schwerer. Bis zur Jahreshauptversammlung am 11. Januar 2000 kann kein Nachfolger für ihn gefunden werden. Nach langem Zureden kann man ein bis zu dieser Zeit förderndes Mitglied für das Amt überreden. Uwe Stender tritt seine Tätigkeit allerdings mit sehr gemischten Gefühlen an. Leichter zu finden sind ein neuer Kassier, Reinhard Herbst (für Ingrid Oppelt), und eine Schriftführerin, Ingrid Fischer (für Monika Ziegler). Die anderen Mitglieder der Vorstandschaft werden im Amt bestätigt. Leider ist Reinhard Herbst aus beruflichen Gründen im April 2001 nach München gezogen. Als Ersatz springt Angelika Stender ein und auch nach der Neuwahl 2002 bleibt sie Kassiererin. Bei dieser Jahreshauptversammlung treten Uwe Stender und Renatus Fischer zurück, Günther Zimmermann wird wieder zum 1. Vorstand mit Ingrid Oppelt als Stellvertreterin gewählt. Alle anderen Mitglieder der Vorstandschaft werden in ihrem Amt bestätigt.

Bei unserem ersten Auftritt im Jahr 2000 werden wir von Herrn Bausewein dirigiert. Dies ist die Feier des 80sten Geburtstags von Dagmar und Christian Kaiser (natürlich zusammen 80 Jahre!). Trotz ihrer sehr kritischen Ohren erfreuen sich beide an der musikalischen Darbietung. Außer den vielen Ständchen ist unser Kalender in diesem Jahr wieder gut gefüllt: März, Berufsschule Fürth; Juli, 75-jähriges Jubiläum der Sängerfreunde Weinzierlein; Oktober, Herbstkonzert Akkordeon-Orchester Roßtal und Kurkonzert.
Bei dem Herbstkonzert haben wir hochkarätige Musiker engagiert. Das Duo Stefan Hippe und Fred Munker begeistert das Publikum. Aber auch die Darbietungen des Jugend- und Stammorchester sind ein Ohrenschmaus. Bei der Zugabe des Stammorchesters gibt es noch eine Überraschung: Unser Dirigent verlässt zum Erstaunen des Publikums mitten im Stück „Take the A-Train“ die Bühne, um sie nach diesem Titel wieder zu betreten – mit Nachthemd, Zipfelmütze und Kerzenleuchter. Diese Verkleidung passt ausgezeichnet zur letzten Zugabe, „La, le, lu ... und der Mann im Mond schaut zu“. Das ist ein sehr stimmungsvoller Abschluss, das Publikum honoriert es amüsiert mit viel Beifall.
Auch das Jahr 2001 hält viele Termine für uns bereit. Hier nur ein paar Höhepunkte:

- 29. März: Auftritt bei einem Konzert der EWAG im großen Saal des Uhrenhauses in Nürnberg. Unsere Stücke laufen gut und begeistern das Publikum. Für uns ist es ein großartiger Eindruck, vor etwa 500 bis 600 Gästen zu spielen. Hier kommt auch das Elektronium nach langer Zeit wieder zum Einsatz
- 28. April: Festkommers zur 125-Jahrfeier der freiwilligen Feuerwehr Roßtal
- 20. Juni: Ständchen zum 80. Geburtstag unseres Ehrendirigenten Franz Fassmann. Die große Zahl der Gratulanten lassen die Beliebtheit dieses großartigen Mannes nur erahnen.
- 7. Juli: 75-jähriges Jubiläum des Turn- und Sportvereins im Tuspo-Saal, ein sehr anstrengender Auftritt!
- 20. Oktober: Teilnahme am Jahreskonzert des Gesangsvereins LYRA. Trotz der etwas chaotischen Generalprobe lief der Auftritt gut.

Damit sind wir jetzt fast schon in unserem 50. Geburtstagsjahr. Von den vielen Vorbereitungen und Vorarbeiten zu unserem Jubiläumskonzert möchte ich sie, liebe Leser, verständlicherweise verschonen. Lassen sie sich vom Resultat überraschen. Die beiden Schreiber dieser Chronik hoffen, dass Sie der Überblick durch 5 Jahrzehnte Akkordeon-Orchester Roßtal nicht gelangweilt hat. Wir bitten um Nachsicht, falls wir Ereignisse aus Unwissenheit weggelassen haben. Verzeihen sie bitte auch, wenn wir Ereignisse wegließen, die aus ihrer Sicht eine höhere Priorität genossen haben, als wir sie nach besten Wissen und Gewissen betrachteten. Da wir kein erfolgreiches Buch schreiben wollten, haben wir vieles nur in gekürzter Form dargestellt.

Wir wünschen dem Jubel-Orchester viele weitere erfolgreiche Jahre und Jahrzehnte. Den jetzigen und zukünftigen Dirigenten und Vorstandschaften wünschen wir immer eine glückliche Hand bei der gewiss nicht einfachen musikalischen Leitung und Organisation des eingetragenen Vereins und Laienorchesters mit den „Tanzenden Fingern", wie in der Tageszeitung nach einem unserer Auftritte zu lesen war.

"Herzlichen Glückwunsch AOR"

 

 

1952

Wie war das damals?

Viele berühmte Persönlichkeiten starben. So unter anderen Kurt Schumacher, der Dichter Knut Hamsun, der Geograf Sven Hedin, der Schriftsteller Ferec Molnar, der Verleger Friedrich Brockhaus und Evita Peron. Während in Korea die Stellungskriege anhalten und Nordkorea von der US Luftwaffe schwer bombardiert wird, laufen in Helsinki die Olympischen Spiele. Neuer Präsident des IOC wird Every Brundage. In England stirbt am 6.2. König George VI. Am selben Tag wird seine 25 Jahre alte Tochter als Königin Elisabeth II. zur Königin proklamiert. Sie feiert also mit uns ihr 50. Jubiläum. Der Arzt Albert Schweizer erhält den Friedensnobelpreis und in Köln schlägt der Boxer Peter Müller den Ringrichter k.o. In Kanada, Chalk River, kommt es zum ersten Kernreaktor-Unfall und im Südpazifik wird auf dem Eniwetok-Atoll die erste H-Bombe (=700 Hiroshima-Bomben) gezündet. Sony stellt das erste Transistorradio her, der Polio-Schutzimpfstoff wird entwickelt und der Herzschrittmacher erstmals eingesetzt. In der Bundesrepublik beginnt das Fernsehzeitalter und die Bundespost beginnt damit, im Ferngesprächsbereich von Handvermittlung auf Selbstwähldienst umzustellen. England stellt die Bombardierung Helgolands ein und die Insel kommt wieder unter deutsche Verwaltung. Durch den Deutschlandvertrag mit den Westalliierten vom 26.5. wird die BRD weitestgehend ein souveräner Staat. Mit Israel wird ein Wiedergutmachungsvertrag über 3 Mrd DM, zahlbar in 12 Jahren, abgeschlossen.

In Roßtal wurde der parteilose Michael Wiesinger (Amtszeit: 1946 bis 1972) mit 1.053 von 1.777 Stimmen in seinem Amt als Bürgermeister bestätigt. Die Christkönig-Kirche, 1951 errichtet, erhält aus einem Depot in Hamburg ihre Glocken. Zu dieser Zeit, in der die Auswirkungen des 2. Weltkrieges durchaus noch zu spüren waren, aber man doch merkte, dass es wieder bergauf ging, fasste Franz Fassmann den Entschluß, eine Harmonika-Schar zu gründen. Franz Fassmann wurde 1921 in Wickwitz an der Eger (heute Vojkovice in Tschechien), nordöstlich von Karlsbad geboren. Er wurde, wie so viele Deutsche nach dem Krieg, aus seiner Heimat vertrieben und kam dadurch nach Roßtal. Für Roßtal war dies ein wahrer Zugewinn, begann er doch bereits 1946 ehrenamtlich den Dienst des Organisten in Roßtal, Clarsbach und der ehemaligen Lagerkirche (heute Raitersaicher Sportplatz) aufzunehmen. Seit 1947 gab er Akkordeon-Unterricht. 1951 übernahm er das Amt des Organisten in der neu erbauten Christkönig-Kirche, verpflichtet durch den damaligen Pfarrer Josef Zankl. Zu seinen Schülern gehörten seinerzeit u.a. Franz Giptner, Reiner Gottwald, Heinz Gschwind.


Erwin Klink (Im Hausen - Garten)

Für eine Unterrichtsstunde waren damals zwischen 2 und 3 DM zu zahlen, entsprechend 1,00 bis 1,50 Euro. Ein Akkordeon kostete durchschnittlich 400 DM. Die Verdi lag bei 600 DM (307 Euro), die Tango V M bei 800 DM (409 Euro). Zum Vergleich dazu: Ein Monatseinkommen lag bei ca 400 DM, ein Bier oder Weckla kosteten 25Pfg. und die Maß 91Pfg. Die Eltern mussten also auch damals schon nicht geringe Opfer bringen, um ihren Kindern die Liebe zur Musik und zum Akkordeon zu finanzieren. Aber wie man jetzt rückblickend feststellen kann, hat sich der Aufwand gelohnt. Eines Tages lernte Franz Fassmann Loni Esberger kennen, und die Liebe zur Musik und zum Akkordeon, die beiden gemein war, ließ sie Freunde werden. Später gesellte sich Erwin Klink dazu. Sie alle drei hatte ihre Schüler, die später ihr Wissen weiter gaben. Unterrichtet wurde gewöhnlich bei Herrn Fassmann oder beim Schüler zu Hause. Franz Giptner bekam bisweilen auch Unterricht in Gottes freier Natur. Um ihren Schülern die Möglichkeit zu geben, ihr Erlerntes in der Gruppe praktisch anzuwenden und zu vervollkommnen, beschlossen die drei, federführend unter Franz Fassmann, die Harmonika-Schar zu gründen.


Das Eröffnungskonzert


Die Gründung

Anfang 1952 war es dann auch soweit. In der Gaststätte „Birnbaum“, der späteren „Linde“, heute Chinarestaurant, kamen die drei zusammen und gründeten die „Harmonika-Schar“. Anwesende der Gründungsversammlung waren die Initiatoren Franz Fassmann, Loni Esberger und Erwin Klink. Von den Gründungsmitgliedern waren ferner anwesend Georg Auerochs, Franz Giptner, Friedrich Gottwald, Heinz Gschwind, H. Merkel und Hans Wagner. Zum Vereinslokal hat man wegen der Räumlichkeiten die „Kanne“ ausgewählt. Es gab hier das einzige Nebenzimmer einer Lokalität im Ort. Die Familie Kandel zeigte sich auch sehr entgegenkommend und ist es bis Heute geblieben. Geprobt wurde seinerzeit Samstag Nachmittag, später dann Dienstag Abend. Zweck und Ziel des Verein sollte es sein, laut *Roßtal – Vergangenheit und Zukunft*, „Auf dem Akkordeon gute Musik machen und jungen Leuten Freude an der Musik geben“. Die kleine „Schar“ bestand zunächst aus: Georg Auerochs, Konrad Dietrich, Franz Giptner, Reiner Gottwald, Heinz Gschwind, Irma Held, Hans Knoll, Theo Lösch und Edith Ulbricht. Sie wirkten bei kleineren Veranstaltungen und „Bunten Abenden“ in Roßtal, Ammerndorf und Dietenhofen mit und auch auf Weihnachtsfeiern, zum Beispiel im Krankenhaus Fürth oder in Zirndorf beim Gesangsverein. Gespielt wurde hauptsächlich Volksmusik und das wurde überall dankbar aufgenommen. Sie selber waren auch mit ganzem Herzen dabei und unser „Franzl“ Giptner scheute sich nicht, mangels fahrbarem Untersatz, sein Akkordeon auf den Rücken zu schnallen und auf Schustern Rappen zum Konzert zu gehen.


Im Kandel-Saal 1953
Von links: Dieter Lizurek, ?, Erwin Klink, Edith Ulbricht, Hans Knoll,
Reiner Gottwald, Heinz Gschwind, Franz Fassmann, Konrad Dietrich, Irma Held, Franz Giptner.

 

 

Grußwort des Schirmherrn




Erster Bürgermeister Maximilian Gaul


Liebe Freunde des Akkordeon-Orchesters Roßtal e.V.,

unser Akkordeon-Orchester Roßtal feiert sein 50-jähriges Gründungsfest. Als Kind der Nachkriegszeit ist dieses Orchester nicht denkbar ohne seinen Gründer Franz Fassmann, der als Heimatvertriebener unseren Markt Roßtal musikalisch bereichert hat. Franz Fassmann durfte als Dirigent mehr als 40 Jahre die Geschichte dieses hervorragenden Klangkörpers selbst mit gestalten.
Wir Roßtaler sind stolz auf ,,unser Akkordeonorchester“ das im wahrsten Sinne des Wortes ,,ausgezeichnete" Musik macht. Rundfunkaufnahmen im Studio und live, die Mitwirkung bei großen Ereignissen des Marktes, wie die Unterzeichnung unserer ersten kommunalen Partnerschaft, herrliche Konzerte in festlicher Atmosphäre und zahlreiche Wertungsspiele kennzeichnen die großartige Leistung unseres Akkordeon-Orchesters.
Der erste Nachkriegsbürgermeister Michael Wiesinger tat wahrhaftig gut daran, als er dem Akkordeonorchester den Namen Roßtal verlieh. Seither ist dieser einmalige Klangkörper ein wichtiges musikalisches Aushängeschild unseres traditionsreichen Frankenmarktes.
Über die Schirmherrschaft eines solchen Jubiläums habe ich mich ganz besonders gefreut. In meiner bisherigen, zwölfjährigen Amtszeit als Bürgermeister wurde ich oft bei festlichen Anlässen von dem AOR unterstützt. Dies geschah immer zur Freude der Gäste und der jeweils zu Ehrenden.
Es liegt sicherlich auch an dem vielfältigen Repertoire und an der virtuosen Leistung des Orchesters, aber auch an der stets guten Orchesterleitung, zuerst unter dem Gründer Franz Fassmann, seit 1993 unter Christian Kaiser. Inzwischen gibt es ja auch schon seit 1977 ein Jugendorchester des AOR unter Leitung von Anton Gebert, ab 1988 unter Christian Kaiser und seit 1993 unter Detlev Woityschyn.
Ich wünsche unserem AOR viele gute, musikalische Jahre und genau so viele Erfolge. Uns allen aber viel Freude an der Musik des AOR im Jubiläumsjahr und auch in der Zukunft.

Ihr
Maximilian Gaul



Grußwort des Deutschen Harmonikaverbandes Bezirk Franken

Horst Meyer



50 Jahre „Akkordeon-Orchester Roßtal e.V.“ dieses Jubiläum spricht für sich und verdient, entsprechend gefeiert zu werden. Der DHV- Bezirk Franken gratuliert dem Akkordeon-Orchester Roßtal sehr herzlich zu diesem „runden Geburtstag“.
Als Bezirksleiter des Deutschen Harmonikaverbandes freut es mich sehr, Orchester die auf eine solch lange Zeit aktiven Musizierens zurückblicken können im Bezirk zu haben. Zeugt es doch von einem beinahe unglaublichen Engagement nicht nur im spielerischen, sondern auch im ehrenamtlichen Bereich. Ausdruck dieses Engagements sind die alljährlichen Teilnahmen an zahlreichen Veranstaltungen in der Region, sowie das Jahreskonzert in der Vorweihnachtszeit.
Ich darf an dieser Stelle Herrn Franz Fassmann, dem Gründer und Ehrendirigenten, sowie allen Beteiligten , den Vorständen und den aktiven Spielern meinen Dank aussprechen für die in den zurückliegenden Jahrzehnten geleistete Arbeit . Für die kommenden Jahre wünsche ich alles Gute in der Hoffnung, dass alle Beteiligten weiterhin ihre ganze Kraft und einen großen Teil der Freizeit dem gemeinsamen Akkordeonspiel widmen.

Mit freundlichen Grüßen
Horst Meyer



Grußwort des ersten Vorsitzenden


Günther Zimmermann

Liebe Freunde und Förderer der Akkordeonmusik, liebe Gäste,

das AOR feiert seinen ersten wirklich runden Geburtstag: „50 Jahre und kein bisschen leise ...“ – Musik von engagierten Akkordeonspielerinnen für ein begeistertes Publikum. 1952 schlug mit der Gründung einer Harmonikaschar die Geburtsstunde des Akkordeon-Orchesters Roßtal. Damals war das Akkordeon in der Bevölkerung ausschließlich ein Sinnbild für volkstümliche Musik. Allen voran Franz Fassmann zeigte den Kritikern mit sehr viel Engagement und Einsatzwillen, welche Musik mit diesem Instrument gespielt werden kann. Er scharte um sich eine dynamische Gruppe von ehrgeizigen und lernwilligen Freizeitmusikern, die es innerhalb kurzer Zeit verstand, ihr Publikum zu unterhalten und zu begeistern.
In den vergangenen 50 Jahren hat jeder einzelne dieser Musiker, sei er noch aktiv oder passiv im Verein, dazu beigetragen, dass das AOR heute dort steht wo es steht: Anspruchsvolle Akkordeonmusik für ein begeistertes Publikum zu bieten und ein Aushängeschild für den Markt Roßtal über die Landkreisgrenzen hinaus zu sein.
Die CD im Jahr 1999 als einer der großen Höhepunkte im Vereinsleben hat eindrucksvoll gezeigt, zu welchen Leistungen eine harmonische und motivierte Gemeinschaft in der Lage ist. Und das in einer heute ausgesprochen freizeitorientierten Lifestyle-Gesellschaft.
Um so mehr sind wir auf unsere Akkordeonjugend stolz, die mehr als wir Erwachsenen diesem unerschöpflichen Angebot an Aktivitäten und Möglichkeiten gegenüber steht. Nunmehr seit 25 Jahren sind sie ein unverzichtbarer Bestandteil des AOR und wir alle sind sehr stolz auf sie.
Mein Dank gilt allen Förderern unseres Vereins und vor allem den meist im Stillen wirkenden „guten Geistern“, die es auch der Vorstandschaft angenehm machen, für das gemeinsame Interesse aller Beteiligten ihren Beitrag leisten zu dürfen. Nach dem Motto von Franz Schubert „Wer die Musik liebt, kann nie ganz unglücklich werden“ wünsche ich dem AOR weiterhin viel Idealismus, viele gute Ideen und noch lange die gemeinsame Freude am Musizieren.

Günther Zimmermann



Grußwort des Dirigenten


Christian Kaiser


Liebe aktive, liebe passive Spieler des AOR, liebe Freunde des AOR,

in diesem Jahr feiert das AOR einen runden Geburtstag, auf den es zu Recht stolz sein darf. Wird heute doch eher Musik aus dem CD-Player verkonsumiert, so zeichnet sich das AOR seit bereits 50 Jahren durch die aktive Mitgestaltung des kulturellen Lebens in Roßtal und Umgebung aus. Das Spektrum der Musik umfasste immer einen weiten musikalischen Rahmen, um jedem Geschmack, egal ob jung oder alt, gerecht zu werden. Ganz in dieser Tradition, die schon von unserem Gründer, Franz Fassmann, gepflegt wurde, möchte auch ich das AOR weiter ins 21. Jahrhundert führen. Und die zahlreichen Besucher unserer Konzerte in den letzten Jahren scheinen dieses Motto nur zu bestätigen. Toll finde ich es, dass es in der heutigen Zeit, die von Individualismus, Egoismus und Ignoranz geprägt ist, noch Idealisten mit Teamgeist gibt, die sich den Dienstagabend fest für die gemeinsame Orchesterprobe reservieren. Denn nur, wenn der einzelne seine persönlichen Ziele im Sinne der Gemeinschaft zurückstellt, kann aktives Vereinsleben überhaupt stattfinden. Vielmehr bringt nur das Engagement jedes einzelnen die Gemeinschaft voran. Und dazu gehört nicht nur die Musik, wie die vielen anderen Aktivitäten im AOR beweisen.

Für dieses Engagement möchte ich allen Aktiven, insbesondere aber der Vorstandschaft danken, die unermüdlich einen großen Teil ihrer Freizeit opfert, unser Akkordeonorchester nicht nur für unsere Mitspieler attraktiv zu gestalten. Auch konnte dadurch erreicht werden, dass trotz des ein oder anderen, meist beruflich bedingten Verlusts einer Spielerin oder eines Spielers, wieder ein Nachfolger bzw. eine Nachfolgerin gefunden werden konnte. Das ist nicht selbstverständlich, für ein Fortbestehen jedes Vereins aber elementar wichtig. Für unsere Jugend würde ich mir ein wenig Zuwachs wünschen, damit die Existenz unseres Jugendorchesters gesichert bleibt. Ich wünsche unserem heutigen Nachwuchs, dass er unbesorgt dem nächsten Jubiläum entgegenblicken kann. Alle Jugendlichen wie auch deren Eltern sind herzlich dazu eingeladen, eines unserer Konzerte oder auch eine unserer Proben zu besuchen um sich von den Vorteilen eines aktiven Mitwirkens im AOR zu überzeugen. Mag das Akkordeon ein wenig aus der Mode gekommen sein, so bin ich doch davon überzeugt, dass man sich eines Tages auf seine Qualitäten zurückbesinnen wird. Ich bin jedenfalls davon überzeugt, dass das AOR alles Mögliche dazu beitragen wird, auch die nächsten 50 Jahre weiterhin gute und vielseitige Akkordeonliteratur unters Volk zu bringen.

In diesem Sinne wünsche ich dem Jubelorchester ein gutes Gelingen bei den Festivitäten zur 50-Jahr-Feier sowie weiterhin viel Freude am gemeinsamen Orchesterspiel im AOR.

Christian Kaiser



Grußwort des Jugendorchester-Dirigenten

Detlev Woityschyn


Liebes Akkordeon Orchester Roßtal,

ich kann mir kaum vorstellen, was es heißt, 50 Jahre aktiv in diesem Orchester dabei zu sein. Die Betonung liegt hierbei auf aktiv.

50 Jahre (fast) jeden Dienstag im gleichen Saal proben 50 Jahre bei verschiedensten Anlässen auftreten
50 Jahre Lampenfieber vor den Auftritten
50 Jahre abwechslungsreiche Musikstücke spielen
50 Jahre mit unterschiedlichsten SpielerInnen musizieren
50 Jahre Akkordeon Orchester Roßtal

Was heißt das eigentlich?
Das heißt, mir liegt etwas am AOR, das AOR gibt mir etwas.

Was ist dieses etwas eigentlich, woraus besteht es?
Sich regelmäßig treffen, die vielen kleinen Anekdoten vor und hinter den Kulissen, die gemeinsamen Ziele, der ständige Wechsel und die Integration neuer SpielerInnen, der Dirigent, die Probenarbeit, die vielen interessanten Auftritte, das Erleben und Gestalten von Musik, der Spaß, die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten des Akkordeons oder vielleicht die Freude der Zuhörer.

Ich denke es ist eine Mischung aus allem, und jeder holt sich vom AOR gerade das, was er momentan braucht, um seine Wünsche zu erfüllen. So hoffe ich, dass das AOR noch recht lange unsere Wünsche erfüllt und gratuliere herzlichst zum 50-jährigen Bestehen.

In diesem Sinne, Herzlichen Glückwunsch AOR!

Detlev Woityschyn

 

 

Die 90er Jahre

Das letzte Jahrzehnt des zweiten Jahrtausend birgt für das Akkordeon-Orchester so manche Überraschung. Es ist für uns nicht nur das Jahrzehnt des Jahrtausendwechsels, sondern auch des Dirigenten- und Vorstandswechsels. Bei der Jahreshauptversammlung 1990 wird Günther Zimmermann zum ersten Vorstand gewählt, mit Reiner Gottwald als Stellvertreter.

Lieber guter Weihnachtsmann, .........
Na, so wie es aussieht, war Herr Fassmann dieses Jahr brav.


Vorn: Der stille Genießer Manfred Rudnick

Herr Fassmann beendet seine aktive Zeit im Akkordeon-Orchester mit einem grandiosen Abschiedskonzert, welches am 11. November 1993 stattfindet. Die Aufführung ist natürlich in „seiner“ Christkönigskirche, in der er seit mehr als 40 Jahren auf der Orgel den Gottesdienst begleitet. An dem umfangreichen Programm beteiligen sich der Gesangsverein LYRA, der katholische Kirchenchor und das Streichertrio Christkönig. Der Abschied fällt ihm sichtlich schwer, kein Wunder, nach 41 aktiven Jahren als Dirigent. Er schaffte es, eine kleine Harmonikaschar so aufzubauen und zu fördern, dass das daraus entstandene Orchester einen festen Platz im musikalischen Geschehen des Marktes Roßtal einnimmt. Aber auch in den letzten Jahren seiner Dirigententätigkeit setzt er noch Maßstäbe und neue Höhepunkte:

- 5. Mai 1990 Konzerte auf der Landesgartenschau Würzburg
- 29. Juni 1991 musikalische Umrahmung bei der Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages zwischen Thalheim und dem Markt Roßtal
- 7. Juli 1991 Fränkische Wertungsspiele in Zirndorf, bei dem das Akkordeon-Orchester einen ersten Preis in der Hauptstufe mit dem Prädikat „ausgezeichnet“ erreicht
- 7. November 1991 Kirchenkonzert zum Auftakt des Martinimarktes
- 15. Dezember 1991 Beteiligung bei der Live-Sendung des Radioprogramms Bayern 1: „Zu Gast in Franken – Live aus Roßtal“
- 18. Juli 1992 Teilnahme am Bayerischen Akkordeonwettbewerb in Erlangen mit einem 4. Platz in der Kategorie Oberstufe, Prädikat „ausgezeichnet“
- 24. Oktober 1992 Konzert zum 40-jährigen Jubiläum des Akkordeon-Orchester, ein weiteres musikalisches Highlight in der Reihe unserer Konzerte. Zu diesem Anlass entsteht auch ein neues Vereinsbild. Jakob List wird zum Ehrenvorstand und Herbert Bausewein zum Ehrenmitglied ernannt.

Zurückblickend hat man fast den Eindruck, Herr Fassmann wollte sich mit seinem Akkordeon-Orchester Roßtal noch selbst überholen. Allerdings ist der neue Dirigent aus unseren Reihen auch nicht von Pappe. Dieser hat in den fünf Jahren davor Erfahrung im Jugend-Orchester gesammelt und kann bereits auf einige Erfolge zurückblicken. Christian Kaiser legt dann auch in der ersten Orchesterprobe nach der „Ära Fassmann“ am 1. Dezember 1993 richtig vor und überzieht die Probe um eine halbe Stunde. „Er fängt ja gut an“, dachten sich die aktiven Spieler. Mit dem Stammorchester bewältigt er in der darauffolgenden Zeit eine Menge kleinere und größere Auftritte. Der erste Höhepunkt von vielen weiteren ist am 22. Oktober 1994 beim Herbstkonzert des Akkordeon-Orchesters Roßtal. Bei der Gelegenheit wird Franz Fassmann zum Ehrendirigenten und Franz Giptner zum Ehrenmitglied ernannt. An dem anspruchsvollen Musikprogramm beteiligt sich das Jugendorchester, der Gesangsverein LYRA und die Akkordeonsolistin Heike Schiller, eine Schülerin von Herrn Bausewein. Unsere Stücke können sich sehen und hören lassen: „Dornröschen-Walzer“, „Die seidene Leiter“, „Mattinata“, „New York, New York“ und einige Stücke mehr. Auch das Jugendorchester zeigt sein Können mit „Disco Girl“, „Western Jim“ und „Moon River“. Dies ist auch der erste größere Auftritt des neuen Leiters des Jugendorchesters Detlev Woityschyn. Er setzt damit die Arbeit bei der Jugend fort, die von Christian Kaiser bei der Übernahme des Stammorchesters beendet wurde. Doch das ist noch nicht alles – Christian Kaiser ist unermüdlich in seinem Elan. Hier einige besondere Auftritte:

- 13. Mai 1995: Musikalische Umrahmung zum 25-jährigen Bestehen des Gesangsverein Frohsinn Oedenreuth
- 27. Mai 1995: Mitwirkung beim Konzert des Gesangsverein LYRA. Unter anderem führen wir gemeinsam den „Gold und Silber“ Walzer auf, dirigiert von Robert Keilhofer
- 8. Juli 1995 Ständchen zur goldenen Hochzeit der Fassmanns
- 14. Oktober 1995: Herbstkonzert des Akkordeon-Orchesters
- 1996: Trainingswochenenden in der Hauptschule Roßtal
- 26. April 1997: Frühjahrskonzert des Akkordeon-Orchesters. Unter anderem spielen wir das Lieblingsstück von Christian Kaiser: „Südlich der Alpen“. Gemeinsam mit dem Chor führen wir das Potpourri „Melodien zum Verlieben“ unter Leitung von Robert Keilhofer auf. Von ihm stammt auch das Arrangement.
- 10. Mai 1997: Teilnahme an den Bayerischen Akkordeon-Meisterschaften in Passau mit dem Oberstufenstück „Heimatbilder“ – 6. Platz und Prädikat „ausgezeichnet“.
- 28. Oktober 1997: Musikalische Gestaltung der Spendenübergabe der Vereinigten Sparkassen in Cadolzburg.
- 9. Mai 1998 90-Jahre Gesangsverein LYRA in der Jahnturnhalle. Das Akkordeon-Orchester umrahmt den Festabend.

Doch nun wird es ernst. Bei einem Auftritt im Hotel Deutscher Hof im November 1996 (Edelweißfeier des Alpenvereins Sektion Nürnberg) spielt außer uns noch eine Band, die Gruppe „Happy Day“. Der Leiter der Gruppe, Inhaber eines Aufnahmestudios, ist von uns so angetan, dass er vorschlägt, eine CD zu produzieren. Dieser Gedanke fällt bei unserem Dirigenten auf fruchtbaren Boden. Ein Jahr später wird bei der Vorstandssitzung am 23. Oktober erstmals über dieses Thema diskutiert, wobei die Meinungen äußerst unterschiedlich sind. Wiederum ein Jahr dauert es, um mit viel Zeit- und Planungsaufwand die Idee zu verwirklichen. Es wird eine Vielzahl von Angeboten eingeholt: Druck des Booklets und des Labels für die CD, CD brennen oder pressen, Aufnahmestudio und so weiter. Am 6. Dezember 1998, einem Sonntag, ist unser erster Aufnahmetermin. Da die Meinungen im Orchester immer noch sehr differenziert waren, wird beschlossen: Die Qualität der aufgenommenen Titel soll über die weitere Zukunft dieses Projektes entscheiden. An diesem Tag können wir überraschenderweise gleich 10 Musiktitel einspielen. Das Resultat überzeugt auch die letzten Skeptiker und wir vereinbaren als zweiten Aufnahmetermin den 7. Februar 1999. An dieser Stelle soll der Hausmeister der Hauptschule Roßtal einmal erwähnt werden. Herr Prenzel sperrte uns extra an den Sonntagen für die beiden Aufnahmetermine das Schulhaus auf. Herzlichen Dank an ihn dafür und auch für die vielen anderen Samstage, an denen er uns ermöglicht, in der Aula oder im Musikzimmer zu proben. Auch der zweite Aufnahmetermin verläuft erfolgreich. Während der beiden Aufnahmetermine läuft auch die Vorbereitung der Musikstücke fürs Frühjahrskonzert. Am 24. April 1999 ist es endlich soweit. In einer Hommage an Franz Fassmann eröffnen wir den Konzertabend mit der von ihm für das Akkordeon-Orchester arrangierten „Humoreske“ und überreichen ihm die erste CD. Kommentar von Christian Kaiser nach dem Konzert: „Ich schwebe auf Wolke 7, denn so ein tolles Konzert habt ihr noch nie gespielt“. „Danke Christian, aber das haben wir hauptsächlich deinem Engagement zu verdanken“.
Nach diesem Erfolg ist das Jahrtausend für uns noch nicht zu Ende. Am 8. Juni 1999 umrahmen wir musikalisch den Festakt zum 50. Bestehen der BRD im Rathaus Roßtal, am 24. Oktober spielen wir ein Kurkonzert in Bad Windsheim, am 7. November Nachmittagskonzert im AWO-Heim Roßtal und am 5. Dezember beteiligen wir uns am Adventskonzert in der Christkönig-Kirche in Roßtal.
Übrigens, das Kurkonzert in Bad Windsheim ist mittlerweile fester Bestandteil unserer jährlichen Auftritte. Wir spielten erstmals am 22. Mai 1995; das Engagement kam durch eine Initiative von unserem Mitspieler Reiner Eibl zustande.

 

„Musik ist mehr als was in den Noten steht.“
(Gustav Mahler)

Ebenfalls fester Bestandteil ist ein Auftritt im März in der Berufsschule für Elektrotechnik in Fürth. Bei dieser Feier werden Schüler mit einem Staats- oder Stadtpreis für sehr gute Leistungen bei ihrem Berufsabschluss geehrt. Renatus Fischer, ebenfalls Spieler im Orchester, ist Lehrer an dieser Schule und arrangierte diesen Auftritt erstmals am 7. März 1995. Mindestens seit 1983 spielt das Orchester einige Stücke bei der Weihnachtsfeier unseres Partnervereins, dem Gesangsverein LYRA.
Weiterhin jedes Jahr am 24. Dezember besucht das Jugendorchester oder ein kleines Ensemble des Stammorchesters das AWO-Heim in Zirndorf, um dort die Weihnachtsfeier musikalisch mit zu gestalten. Dieser Auftritt wurde vor vielen Jahren vom ehemaligen Dirigenten des Jugendorchesters, Anton Gebert, ins Leben gerufen. Auch er greift bei dieser Gelegenheit manchmal in die Tasten, um uns zu unterstützen.
Jedoch nicht nur musikalisch verbringen viele Mitglieder des Orchesters ihre Freizeit zusammen. An unserer Weihnachtsfeier, die jeweils am letzten Samstag vor Heilig Abend stattfindet, sucht uns regelmäßig der Nikolaus auf, um uns zum Teil kräftig die Leviten zu lesen, aber auch ebenso kräftig zu loben. An manchen dieser Feiern führen einige Damen des Orchesters einen Sketch auf, in dem nicht nur der Dirigent und die Vorstände in die Mangel genommen werden, sondern auch nicht wenige Spieler. Dabei zeichnet sich besonders Ingrid Oppelt durch ihr Engagement aus.
Seit 1993 trifft sich jeden letzten Freitag im Monat eine Gruppe von Kartenspielern aus dem Orchester, die nach zünftigem Schafkopfspiel den Gewinn in einer Kasse sammeln und einmal im Jahr gemeinsam kulinarisch umsetzen. Zu Beginn dieser Einrichtung bildete sich nur eine Kartenrunde, mittlerweile treffen sich meist mehrere, so dass zwei Runden zustande kommen.

Am 7. Juni 1997 findet das erste Weinfest des Akkordeon-Orchesters in der Drachengrotte statt. Die Idee dazu stammt von Gerhard Oppelt, dem Gatten unserer Mitspielerin Ingrid. Organisatoren sind das Ehepaar Oppelt und der 1. Vorsitzende Günther Zimmermann. Die 34 erwachsenen Teilnehmer sprechen dem Wein gut zu und benehmen sich nach etlichen Vierteln teilweise recht kindisch. Sogar eine Weinkönigin wird gekrönt: „Dagmar, die I.“ (Frau des Dirigenten). Beim Weinfest im darauffolgenden Jahr am 26. September wird „Manfred Ortega von Roßtal“ (Rudnick) von Dagmar I. zum „Ritter der schwarzen Reblaus“ geschlagen.
Nach dem ersten Weinfest wird vereinbart, dieses ab 1998 im Wechsel mit den Vereinsausflügen stattfinden zu lassen. Zu dieser Maßnahme entschließt sich der Vorstand, weil die Zahl der Teilnehmer an den Ausflügen immer geringer wird. Die Organisation liegt dabei seit vielen Jahren in der Hauptsache bei Christian Kaiser, der diese Aufgabe ausgezeichnet erfüllt.


Reiner Gottwald und Detlev Woityschyn, nicht nur beliebt bei den Frauen

 

 

Die ersten Jahre

Mit ernster Miene Freude bereiten
Von links: Jakob List, Hans Knoll, Franz Giptner, Erwin Klink und Theo Lösch

Bald schon stellte sich heraus, dass das Gründertrio auf dem richtigen Weg war, und es schlossen sich sehr schnell neue Spieler der „Schar“ an. Eine der ersten Neuzugänge, die erwähnt sind, waren Josef Dierl und Dieter Liturek. Wer unseren Herrn Fassmann kennt, dessen Leitspruch lautete: „Mehr Sein als Scheinen“, der weiß, dass er sich selbst und auch seinen Spielern nie etwas geschenkt hat. Und so kam es im gleichen Jahr noch zur Teilnahme an den Wertungsspielen am 18.4.1952 in den Buchersälen in Nürnberg. Die Spieler fuhren bei strömendem Regen nach Nürnberg. Wenn man die damaligen Fahrtmöglichkeiten kennt, weiß man was das bedeutete. Die Harmonikaschar kam mit der „Ouvertüre in C“ auf den vorletzten Platz.

„Die Musik ist die Sprache der Leidenschaft.“
( Richard Wagner)

Als „Akkordeon-Orchester Roßtal“ – der Name wurde genehmigt durch den damaligen Bürgermeister Michael Wiesinger – wurde der Verein weitergeführt. Die Gründer waren sich wohl bewusst, welche Verantwortung und Pflichten sie durch diese Bezeichnung übernommen hatten. Es war ein fester Vorsatz aller, mit diesem Namen ihrer Marktgemeinde Ehre zu machen und mit ihrer Musik Freude zu verbreiten. Daran hat sich bis heute nichts geändert, und gelungen ist es stets.
1953 nahmen sie dann an den Fränkischen AO-Wertungsspielen im Berolzheimerianum in Fürth (heute die „Kleine Komödie“) in der Kategorie Mittelstufe teil. Angereist wurde mit der „Nuckelpinne“, einem Tempo- oder Goliath-Dreirad. Wie schon oben darauf hingewiesen, war das Reisen mit Gepäck in diesen Jahren noch immer etwas abenteuerlich, denn Autos gab es noch nicht so reichlich. War natürlich gesünder für die Nerven. In der Jugendklasse schnitten Irma Held und Reiner Gottwald mit „sehr gut“ ab. Bei den Proben und Aufführungen wurde immer deutlicher, dass ein Bassinstrument nötig wäre. Aber das kostete natürlich einiges, und Geld war nun einmal das, was die Gruppe am wenigsten hatte. Darum wurden Eltern und Freunde um eine Spende gebeten. Sie bekamen das Geld auch tatsächlich zusammen.


Erwin Klink (2. v. l.) unterstützt das Faschingskonzert 1953 in der
Kulturhalle Nürnberg

1954 war es endlich soweit, das erste Basso konnte angeschafft werden. Es hat stolze 360,00 DM (184 Euro) gekostet und ist heute noch im Besitz des Vereins. Jetzt konnte man so richtig loslegen. Wie nicht anders zu erwarten, wurde auch in diesem Jahr an Wertungsspielen teilgenommen. Dieses Mal ging es nach Nürnberg Gartenstadt. Das Orchester beteiligte sich mit dem Stück „Vor einer alten Kirche“ von Friedrich Haag und erhielt dafür die Note „Ausgezeichnet“ und einen „1a Preis“. Irma Held und Reiner Gottwald wurden für ihre solistischen Darbietungen („Beka Roka“) mit „gut“ benotet. Wie schon einmal erwähnt, Schonung gab es bei Herrn Fassmann nicht, und der gestrenge Herr forderte seine Truppe nicht gerade wenig. Wir wissen aber, dass trotz der gelegentlichen Pein alle Freude an ihrem Orchester hatten. So ging es denn auch weiter zur Sache in diesem Jahr. Am 11. Dezember wurde das erste öffentliche Konzert im Kandelsaal zu Roßtal gegeben. Das Orchester wartete mit einem sehr bunten Programm auf, das mit lebhaften Beifall bedacht wurde.

Auf dem Programm standen:
Ouvertüre in C-Dur
Vor einer alten Kirche
Humoreske, Solo Irma Held und Hans Knoll
Die Barcarole
Ein Potpourri aus “Die lustige Witwe”
Reigen seliger Geister
Großmütterchen
Bayerische G´schichten
Beka-Roka, Solo Reiner Gottwald
Hoch Heidecksburg

Und weiter ging´s am 12. Dezember zur Weihnachtsfeier des VDK nach Zirndorf. Gemeinsam mit dem Volkschor Zirndorf gestaltete das AOR diese Feier in der überfüllten Turnhalle des TSV 1861.

1955 am 29. Oktober nahm das AOR an den Bayerischen Akkordeon-Meisterschaften in Schwabach teil. Die Wertungsspiele stellten an das Orchester höchste Anforderungen. Unter der Leitung von Franz Fassmann wurde der „Rhapsodische Walzer Nr. 1“ vorgetragen und mit dem 1a-Preis in der Mittelstufe ausgezeichnet. Vor allem gefiel das Einfühlungsvermögen in die Komposition und das technisch saubere Spiel der durchweg jungen Spieler. Durch diese Auszeichnung wurde die bis dahin zähe Arbeit des Orchesters in würdiger Weise anerkannt. Auf der Weihnachtsfeier des VDK am 4. Dezember 1955 in der Jahnturnhalle wirkten das Akkordeon-Orchester und die Theaterspielgruppe des katholischen Werkvolkes mit. Das Niveau der gespielten Stücke steigt, wie unverkennbar an den Stücken „Der Barbier von Sevilla“ und „Der Kalif von Bagdad“ (Solo Reiner Gottwald) zu ersehen ist.
1956 war das erste Jahr, in dem das Akkordeon-Orchester zusammen mit der LYRA, Roßtaler Gesangsverein seit 1908, auftrat. Lonis Vater, Albert Esberger, war Mitglied und seit 1954 erster Vorsitzender der LYRA. Durch ihn bestand eine Beziehung zur LYRA schon seit der Gründung des AOR. Dieses freundschaftliche Verhältnis hat bis heute Bestand was nicht zuletzt auch das Verdienst ihres ersten Vorsitzenden Herrn Fritz Stahl ist. Das Konzert fand am 22. April im bis auf den letzten Platz besetzten Kandel-Saal statt. Der gemischte Chor unter der Leitung von Friedrich Winkler, er hatte die Chorleitung im Juli 1952 von Oberlehrer Huber übernommen, unterstützte den zweiten Teil des Konzertes mit zwei A-Cappella-Stücken. Bei dem aufgewandten Fleiß durfte es einfach nicht ausbleiben, und so kam es auch: Der Harmonikaverband, Bezirk Franken, verlieh in diesem Jahr die „Friedrich Haag Medaille“ an Franz Fassmann und auf dem Konzert erhielten er und Loni Esberger, unser Konzertmeister, die Silberne Ehrennadel des Bezirkes Franken. Am 16. Juni bei den Wertungsspielen in Landshut war das AOR mit dem Stück „Vor einer alten Kirche“ natürlich auch wieder dabei. Als Solisten Reiner Gottwald mit „Czardas“ und Irma Held mit den „Schneider Variationen“.
1957 wurde mal etwas leiser getreten. Das Orchester spielte am 21. Dezember zur Weihnachtfeier des Turnvereins 1909 Dietenhofen, die beim Störzenhofecker statt fand. Am 22. Dezember gestaltete das AOR zusammen mit dem Männerchor „Sängerbund 1846“ dessen Weihnachtsfeier in Zirndorf.
1958 ging es schon wieder etwas lebhafter zu. Am 26. April standen die Wertungsspiele in den Humboldtsälen in Nürnberg auf dem Programm, bei dem das Akkordeon-Orchester den zweiten Platz in der Allgemeinen Klasse errang. Am 14. Juni feierte die SPD Ortsgruppe Roßtal ihr 50jähriges Bestehen. Zusammen mit dem Gesangsverein LYRA gestaltete das AOR den musikalischen Rahmen.

„Musik kennt keine Grenzen“

Der erste Vereinsausflug des Orchesters führte am 12. und 13. Juli nach Berchtesgaden, Bad Reichenhall, zum Chiemsee, Königssee und Hintersee. Die Erlebnisse in diesem Zusammenhang sorgen auch heute noch immer wieder für Erheiterung. Vor lauter Eifer brach Herr Fassmann am Omnibus den Mercedes-Stern ab. Am 18. Oktober veranstaltete der Sängerbund Fürth-Stadt unter der Mitwirkung des Akkordeon-Orchesters ein volkstümliches Chorkonzert im Berolzheimerianum. Am Schülervorspiel im Saalbau „Stabius“ vertrat uns Erwin Kandel mit der „Groteske“.




Von links, Hintere Reihe : Fritz Kandel, Hans Knoll, Loni Esberger, Franz Fassmann,
Dieter Lizurek, Heinz Gschwind, Georg Auerochs, Ernst Peter. Vordere Reihe: Reiner Gottwald,
Theo Lösch, Ria Esberger, Edith Ulbricht, Irma Held, Josef Dierl und Franz Giptner.



„Ohne Fleiß, keinen Preis!“


„Der fleißigsten Einer, ist unser Reiner!“ (oben)
Unten: Jakob List erhält eine „Trophäe“ von Herrn Winkler. Rechts Loni Esberger.

 

 

Die 80er Jahre

Das 9. Jahrzehnt dieses Jahrhunderts beginnt mit einem Grabgang. Der Wirt unseres Probenlokals, Fritz Kandel wird beerdigt. Ihm war es zu verdanken, dass das Orchester in Bezug auf die Räumlichkeiten, die er uns kostenlos zur Verfügung stellte, den Rücken frei hatte und Dank der Familie Blank noch heute hat. Trotz der Trauer um ihn muss aber das Vereinsleben weitergehen. Es folgen eine Veranstaltung der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Wachendorf, das Stiftungsfest der Schlesischen Landsmannschaft in der St. Christopherus-Kirche in Fürth und die Teilnahme am Jubiläumsabend zum 60jährigen Bestehen des Gesangsvereins Wintersdorf. Das Jahr 1981 beginnt erfreulicher mit der Heirat von Rosemarie und Günther Zimmermann am 4. April in der Laurentiuskirche Roßtal. Das Orchester spielt: „Ich bete an die Macht der Liebe“ und „Die Himmel rühmen“. Das Brautpaar ist sichtlich gerührt. Eine zweite Hochzeit mit den gleichen Stücken in der selben Kirche findet am 21. August zwischen Angelika und Uwe Stender statt. Bei der letzten Hochzeit von Vereinsmitgliedern in diesem Jahr geben sich Toni und Manfred Rudnick das Ja-Wort. 1982 heiraten noch Helga und Dieter Reithinger in der Laurentiuskirche. Auch hier spielt das Orchester für das Brautpaar. Bei all diesen erfreulichen Gelegenheiten endet das Jahr 1982 leider mit einem Trauerfall. Völlig fassungslos erfahren wir vom Tod des Gründungs- und langjährigen Orchestermitglieds Loni Esberger, unseres Konzertmeisters am 19. Dezember. Um Abschied zu nehmen, versammeln wir uns in seinem Haus, wo er aufgebahrt ist. Bei seiner Beerdigung spielen wir alle tief berührt das von ihm so geliebte „Ave Verum“. Ein sehr aktives Jahr ist 1983. Diverse Auftritte begleiten das Jahr, unter anderem die Hochzeit von Monika und Gerhard Ziegler, 75 Jahre Gesangsverein LYRA, Erntedankfest in Christkönig, Weihnachtsfeier des GV LYRA, bei der wir seit 1969 mitwirken. Als musikalischer Höhepunkt des Jahres ist jedoch die Schallplattenaufnahme der Roßtaler Musikvereine zu bezeichnen, die mit dem Titel „Roßtal wie es singt und klingt“, im Studio der Nürnberger Symphoniker aufgenommen wird. Initiator dieses großartigen Zusammenwirkens der Vereine ist Herr Gebert Senior. Gerade rechtzeitig zum 10-jährigen Bestehen des Roßtaler Martinimarktes erscheint dieser Tonträger. Die Roßtaler Gesangs- und Musikvereine machen mit einem bunten Strauß von Melodien allen Bürgern ein Geschenk. Besonders hervorzuheben ist, dass bei dieser Aufnahme sowohl die Gesangsvereine, der Schulchor und die Kirchenchöre als auch der Posaunenchor und der Musikzug mitwirken. Die Zusammenarbeit ist in der Hauptsache dem Dirigenten des Akkordeon-Orchesters Franz Fassmann zu verdanken, der dafür die Gesamtleitung übernimmt. Das Akkordeon-Orchester-Roßtal spielt „Vor einer alten Kirche“ und das Jugend-Akkordeon-Orchester unter Anton Gebert die „Amboß-Polka“. Bei dem Lied „Auf der Roßtaler Höh’“ begleitet das Akkordeon-Orchester den Schulchor. Das Volkslied „Wenn wir heut’ auseinander gehen“ singen die gemischten Chöre und der Schulchor mit Begleitung des Akkordeon-Orchesters.

Das darauffolgende Jahr ist musikalisch etwas ruhiger. Am 13. Mai ist das Ständchen zum 60. Geburtstag von Jakob List. Franz Fassmann arrangierte zu diesem Anlass „Eine kleine Nachtmusik“ fürs Akkordeon-Orchester. Das Ständchen ist die Uraufführung des Arrangements und Jak List erhält die Partitur als Geschenk. Das Jahreskonzert findet am 24. November mit dem Akkordeon-Orchester und dem Jugendakkordeonorchester statt. Mit aufgeführt werden Soli und Duette von Spielern beider Orchester.

„Fortuna lächelt, doch sie mag nur ungern voll beglücken. Schenkt sie uns einen Sommertag, so schenkt sie uns auch Mücken.“
( Wilhelm Busch)



„Auf dem Weg zur Beichte nach Kloster Andechs“
Stehend v. l.: Hans-Jürgen Kaiser, Manfred Rudnick, Reiner Gottwald,
Franz Giptner, Hans Knoll, Schlapp wie immer, sitzend: Uwe Stender

1984 entwickelt sich als das Geburtsjahr einiger Einrichtungen des Akkordeon-Orchesters, die bis heute feste Institutionen geblieben sind:

- Die erste Herrenpartie (Vatertagsausflug?) findet am 31. Mai statt und führt nach Kloster Andechs am Ammersee. Bei „ deftiger Brotzeit und rustikalem Mittagessen mit Riesenknöchla und einer Maß dunklem Klosterbier“ erfreuen sich: Hans Knoll, Franz Giptner, Reiner Gottwald, Manfred Rudnick, Hans-Jürgen Kaiser, Uwe Stender und Günther Zimmermann. Die Herrenpartie ist bis heute fester Bestandteil des Orchesterjahres mit verschiedenen Reisezielen immer am Vatertag. Die Personen sind die gleichen, außer Hans-Jürgen Kaiser, der weggezogen ist. Zusätzlich sind dabei Gerhard Oppelt, Renatus Fischer und manchmal Horst Schmidt. 2001 fand im Rahmen der Herrenpartie sogar eine 4-tägige Weinfahrt nach Österreich in die Wachau statt, diesmal allerdings mit Ehefrauen.
- Die Strickrunde wird im Januar 1984 ins Leben gerufen. Mit dem Gedanken: „Was die Männer können (jeden Dienstag proben), können wir auch“, entsteht ein Damenkränzchen, das sich anfangs 14-tägig, später monatlich trifft. Bei den Treffen wird mehr oder weniger Wolle (Garn) gestrickt, und nebenbei auch gegessen und getrunken. Die ersten fleißigen Damen sind: Erna Fassmann, Marie Esberger, Marga Giptner, Rosemarie Zimmermann, Toni Rudnick, Waltraut Gottwald, Luise Gebert, Anni Knoll und Anni Strupf. Die Runde trifft sich traditionsgemäß am Mittwoch, da dürfen die Männer dann Kind und Haus hüten. In den Anfangsjahren steht das Stricken noch im Vordergrund, es wird sogar mit Wolle richtig gehandelt. Rundrufe werden gestartet, wenn es irgendwo Wolle im Angebot gibt. Später wird immer weniger gestrickt und dafür mehr „gewaaft“ oder auf neudeutsch „kommuniziert“. Dadurch entsteht etwa 1999 ein neuer Name: „FKK“. FKK steht für Frauen-Kommunikations-Kreis. Die Abkürzung ist aber auch bewusst mehrdeutig: Böse Zungen behaupten, es würde für Frauen-Klatsch-Kreis stehen – der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Die Runde setzt sich heute noch aus den gleichen Damen zusammen, zusätzlich verstärken Bärbel List, Monika Liers und seit 1994 Ingrid Fischer den fröhlichen Kreis.




- Erstmals findet am 13. Juli 1984 eine Akkordeonorchester-Grillparty bei Franz Giptner statt. 29 Grillfreunde feiern ausgelassen bei Bratwürsten, Steaks, Schnitzeln und Salaten. Auch der Durst kommt nicht zu kurz, es wird, Zitat: „ein 30er Fässla Ammerndorfer Landbier vernichtet. Einige sind am Ende des Abends nach gemeinsamen Gesangsvorträgen und ausgelassenem Spiel durch das süffige Dunkelbier und den diversen Schnäpsen von Franzl schwer angeheitert“. Auch die Grillparty im Juli ist mittlerweile fester Bestandteil unseres Jahresablaufs. Sie findet nur dieses eine mal bei Franz Giptner statt und wird bereits im folgenden Jahr 1985 in der Drachengrotte gefeiert, einer gemütlichen Hütte im Wald zwischen Roßtal und Weitersdorf. DieVeranstaltung ist mittlerweile stark angewachsen, im Durchschnitt nehmen etwa 60-70 Personen daran teil. Obligatorischer Bestandteil bei meist schönem Wetter ist ein Fußballspiel zwischen jung und alt, bei dem immer die Jugend gewinnt, warum auch immer.
- Erstmals 1984 in den Orchesteraufzeichnungen erwähnt ist auch der LYRA Faschingsball. Dieser Ball, von unserem Partnerverein GV LYRA veranstaltet, wird jedes Jahr von einigen Orchestermitgliedern gerne besucht. Letztmals erwähnt ist der LYRA-Fasching 1996, bei dem sogar eine Bauchtänzerin auftritt. Es wird hier schon auf die geringe Zahl der Gäste hingewiesen.

Die Jahre 1985 bis einschließlich 1988 werden überschattet durch interne Schwierigkeiten im Jugend- und Stammorchester. In den Aufzeichnungen des Orchesters liest sich dies wie folgt: 30. Juli 1985 interne Schwierigkeiten, Anton Gebert will die Leitung des Jugendorchesters aufgeben; 12. November 1985 Krisenbesprechung wegen Kirchenkonzert, Konzerttermin und Dirigentenlehrgängen; 1986 häufen sich Besprechungen wegen mangelnder Organisation, was vorher nie denkbar war (Druck von Orchesterspielern und vor allem der Jugend); 5. März 1987 Diskussion über ersten Entwurf einer Satzung: die aktiven Spieler wollen ein Mitspracherecht für die zu spielenden Musikstücke und auch für die Programmzusammensetzung durchsetzen. Dies gipfelt am 26. Januar 1988 mit der Inkraftsetzung einer Vereinssatzung, in der eine Vorstandschaft installiert und alle 2 Jahre neu gewählt werden soll. Weiter werden festgelegt: Mitbestimmung bei Stückeauswahl und Konzertprogrammen sowie Übernahme der organisatorischen Arbeiten durch einen Ausschuss .
Am 31. Juli 1988 tritt Anton Gebert als Dirigent des Jugendorchesters nun doch zurück. Im März 1986 noch besucht er mit Christian Kaiser einen Dirigentenlehrgang in Erlangen. Drei Monate später dirigiert Christian Kaiser erstmals das Jugend- und Stammorchester beim 65. Geburtstag von Franz Fassmann. Nach dem Rücktritt von Anton Gebert übernahm Christian Kaiser das Jugendorchester.
Musikalische Höhepunkte in dieser Zeit sind zwei hervorstechende Ereignisse: Das Kirchenkonzert in der Christkönig-Kirche am 7. November 1985 zum Auftakt des Roßtaler Martinimarktes, an dem etwa 300 Mitwirkende teilnehmen. Sieben weltliche Gesangsvereine, der katholische Kirchenchor, der Schulchor, der Posaunenchor und das Akkordeon-Orchester füllen die Kirche derart, dass nur noch wenig Platz fürs Publikum bleibt. Gesamtleitung hat natürlich wieder Franz Fassmann – in dieser Kirche spielt er ja auch Orgel bei den Gottesdiensten.
Das zweite Ereignis ist das Konzert zum 35. Gründungsjubiläum des Akkordeon-Orchesters Roßtal am 23. Mai 1987. Auch das 10-jährige Jubiläum des Jugend-Akkordeon-Orchesters wird gefeiert, das in dieser Zeit noch unter der Leitung von Anton Gebert steht. Das wahrlich furiose Konzert steht unter der Gesamtleitung von Franz Fassmann. Jakob List gestaltet wie immer die Plakate und Programmhefte, ebenfalls übernimmt er die Zusammenarbeit mit der örtlichen Presse. Die Moderation vor dem auch auf der Galerie voll besetzten Saalbau Blank übernimmt Fritz Stahl, der für den 1. Vorsitzenden Jakob List kurzfristig eingesprungen ist. Zahlreiche Redner schließen sich Fritz Stahl mit Begrüßungsworten und Gratulationen an, auch Herr Kraft vom Deutschen Harmonikaverband, Bezirk Franken. Dabei zeichnet er Franz Fassmann mit der „Herrmann-Schittenhelm-Medaille“ aus, für wörtlich: „Beispielhaften persönlichen Einsatz“. Anton Gebert erhält für 10 Jahre Leitung Jugendorchester die „Silberne Ehrennadel“. Das Konzert eröffnet das Stammorchester mit der „Leichten Kavallerie“ und nach den Ansprachen erklingt der Blumenkorso aus „Südlich der Alpen“. Nach der Solistin Margit Zwingel (sie spielt „Schneidervariationen“ und als Zugabe „El Caballero“), bringt der Männerchor des GV LYRA zwei Liedvorträge. Die erste Halbzeit beschließt das Stammorchester mit dem Intermezzo „Auf einem Persischen Markt“. Den zweiten Teil des Abends beginnt das Jugendorchester mit „Leicht beswingt“ und den „Karl-May-Melodien“. Ein Quartett der Jugend folgt mit der „Italienischen Dorfmusik“. Nach weiteren zwei Gesangsvorträgen, jetzt vom gemischten Chor des GV LYRA, übernimmt Christian Kaiser den Dirigentenstab und dirigiert „Friends of Tango“ von Altmann-Deuringer. Das Ende des Konzertes gestaltet das Jugend- und Stammorchester gemeinsam mit „Heinzelmännchens Wachtparade“ und „Washington Post“. Auch Zugaben dürfen nicht fehlen: „Tanzende Finger“, „Ein Student geht vorbei“ und zu Ehren von Herbert Bausewein das von ihm arrangierte „Seemannslieder-Potpourri“.
Wie natürlich jeder ahnt, sind das nicht die einzigen Auftritte in diesen Jahren. Es würde jedoch zu weit führen, die vielen Ständchen und Auftritte bei den zahlreichen Veranstaltungen, Hochzeiten, silbernen Hochzeiten (Hans Knoll, Josef Dierl und Fritz Stahl) und Jubiläen aufzuzeigen. Zwei herausragende Termine in diesem Jahrzehnt sollen jedoch noch erwähnt werden:

- Die Rundfunkaufnahme im Bayerischen Rundfunk, Studio Nürnberg am 14. März 1989 ist mit viel Schweiß und Konzentration verbunden. Seither sind im Radio gelegentlich eines dieser Stücke des Akkordeon-Orchesters Roßtal zu hören: „Humoreske“, „Arioso“ und der Marsch „Sonnenfunken“. Der Termin kam recht überraschend, daher war die Vorbereitungszeit sehr kurz.
- Das Konzert zum 15-jährigen Bestehen des Roßtaler Martinimarktes findet unter Mitwirkung des Akkordeon-Orchesters am 11. November 1989 statt. Wir spielen bei diesem Kirchenkonzert zum ersten Mal die „Feuerwerksmusik“ von Friedrich Händel und „Vor einer alten Kirche“. Das Arrangement der „Feuerwerksmusik“ stammt von Herbert Bausewein, das er speziell unserem Akkordeonorchester gewidmet hat – wir erhielten dieses Geschenk von ihm am 18. Oktober 1988. Schon mit seinem Vater bestand eine sehr intensive Zusammenarbeit.


- Immer wieder eine Augenweide -
Unsere langjährige Moderatorin Toni Rudnick wird vom
Dirigenten Christian Kaiser mit Blumen geehrt

 

 

Das AOR wird 50

"Pflege der Musik, das ist die Ausbildung der inneren Harmonie"

(Konfuzius)

 

 Auf ein Wort

In der vorliegenden Chronik waren wir bemüht, die Ereignisse der letzten fünfzig Jahre einmal nicht minutiös aneinander zu ketten, sondern in thematischen Blöcken aufzuarbeiten. Natürlich kamen auch wir nicht daran vorbei, den Ablauf der Jahre weitestgehend chronologisch wiederzugeben. Wir haben uns jedoch die Freiheit genommen, die Jahrzehnte en bloc wieder zu geben.
An dieser Stelle sei allen gedankt, die es uns ermöglicht haben diese Chronik zu schreiben. Allen voran natürlich Herrn Franz Fassmann, ohne ihn gäbe es diesen Verein wohl nicht. Ferner danken wir Anni Strupf, den Herren Franz Giptner, Heinz Gschwind, Reiner Gottwald und Hans Knoll, die uns halfen die Vergangenheit aufzuhellen und natürlich Frau Klink, die uns freundlicherweise ihre Bilder zur Verfügung stellte. Vergessen dürfen wir auch nicht die immense Vorarbeit, die Angelika Stender beim Zusammentragen der internen Chronik geleistet hat.

Einen besonderen Dank gilt auch all jenen, die sich in besonderer Weise dafür einsetzten, unsere Jubiläumsfeierlichkeiten so schön wie nur irgend möglich zu gestalten.
Danke an Herrn Bürgermeister Maximilian Gaul, der sich freundlicherweise als Schirmherr zur Verfügung stellte.
Danke an unsere Wirtsleute Familie Blank, die stets völlig selbstlos für uns da sind. Wir sind es zwar gewohnt, bei der Marga ein und aus zu gehen als gingen wir in Mutters gute Stube, vergessen dabei jedoch nicht, dass dies durchaus nicht selbstverständlich sein muss.

Zum Schluss möchten wir noch Herrn Christian Kaiser und Herrn Günther Zimmermann danken, die uns mit ihrem starken Engagement für das Orchester helfen, die Vereinsfahnen hochzuhalten.

Und jetzt wünschen wir Ihnen viel Spaß beim Lesen.

 

Roßtal- 1050 Jahre offen und lebendig

Unter diesem Motto begehen wir im Jahre 2004 unser 1050-jähriges Jubiläum Aber Roßtal ist ganz gewiss älter. Bereits im Jahre 954 schrieb Roßtal “Reichsgeschichte". Auf Schritt und Tritt begegnet dem aufmerksamen Besucher die Geschichte unseres interessanten, alten, traditionsreichen Bergmarktes im Rangau. Im Museumshof treffen wir auf eine umfangreiche heimatkundliche Sammlung, die uns mit der handwerklichen und bäuerlichen Vergangenheit, aber auch mit der geschichtlichen Bedeutung Roßtals bekannt macht.
Das bekannte Akkordeon-Orchester Roßtal gehört zu den fast 100 Roßtaler Vereinen mit einem reichen Vereinsleben in Kultur, Sport, Gesellschaft und Politik.
In den 17 Gemeindeteilen Roßtals lässt es sich gut wohnen. Alle notwendigen Einrichtungen sind entweder vor Ort oder leicht erreichbar. Die Nähe der Großstädte (in 18 Minuten mit der DB im Nürnberger Zentrum!), die Vorteile dort zu wohnen, wo andere ihre Freizeit verbringen, hat Roßtal schon seither zu einem beliebten Wohnort gemacht. Neubürgern ist der Markt aufgeschlossen. Roßtal hat auch Platz für Gewerbe. An der Bundesstraße 14 im Gemeindeteil Buchschwabach ist das großzügiges Gewerbegebiet ,,Flugplatz" entstanden, das Platz hat für gewerbliche Entwicklung. Als Ansprechpartner stehe ich ihnen gern zur Verfügung.
Wir freuen uns auch über Gäste bei unseren traditionsreichen Festen: im Sommer (Juli - September) die ,,Kärwa" (Kirchweihfest), das ,,Apfelweinfest" und das ,,Museumshoffest" im Juni, den Martinimarkt mit seinem ,,Pulzermärtel-Brauchtum” und dem Martinsspiel am Wochenende vor dem 11.11. eines Jahres.
Roßtal wurde vom Europarat als ,,Gemeinde Europas" mit dem Europadiplom ausgezeichnet. Es pflegt Gemeindepartnerschaften mit den Städten Thalheim im Erzgebirge im Freistaat Sachsen und mit Auzances (Creuse) in Frankreich. Zu Frankenmuth (Michigan) in den USA bestehen freundschaftliche Beziehungen, da viele Frankenmuther Siedler aus Roßtal stammen.

 

 

Die 70er Jahre

Ein Jahrzehnt, das es wirklich in sich hatte! Gab es 1970 nur einen öffentlichen Termin, so waren es 1971 deren gleich fünf. Vergessen wir nicht: Geprobt wird wöchentlich, und das nicht zu knapp. Und sollen die Auftritte dann gelingen, werden oft noch Stimmproben eingeschoben. Geschenkt wurde und wird allenfalls dem Publikum etwas, nicht jedoch den Spielern. Sie müssen sich ihren Beifall oft mühevoll verdienen. Benotet man die Jahre nach Neuzugängen, war 1971 der stärkste Jahrgang. Sechs junge Leute schrieben sich bei uns ein, die allesamt zu Volltreffern wurden. Erwähnt seien hier nur Christian Kaiser und Günther Zimmermann. Am 6. Februar des Jahres gaben sich Luise und Anton Gebert das Jawort. Nach zwei Terminen im Jahr 1972 nahmen wir 1973 zusammen mit zehn weiteren Musikvereinen an einem Frühjahrskonzert des „Vereins zur Förderung eines Schwimmbades“ in der Turnhalle Roßtal teil. Unsere Hälse wären heute wohl ganz schön schmutzig, hätten wir auf die Fertigstellung des Bades gewartet. Nicht dass Sie meinen, es wäre wieder abgerissen worden! Nein, nein, es wurde nie gebaut. Anläßlich des 40. Geburtstages von Heinz Gschwind am 28. Februar 1974 gab`s nach dem Ständchen für`s Orchester einen Gänseschmaus (Das arme Viech!). Die Stimmung und die festliche Tafel animierten Loni dazu, seine Videokamera zu holen. Gespannt darauf, das Ergebnis zu sehen, war die Enttäuschung doch groß, als sich herausstellte, dass Loni vergessen hatte einen Film einzulegen. Die Lacher allerdings hatte er auf seiner Seite. Am 24. April des Jahres betätigte sich Anton Gebert als Geburtshelfer und gründete das Jugendorchester. Eine Institution, die zum festen Bestandteil des AOR wurde. Und dann das Unfassbare! Am 23. Juni 1974 verunglückten Franz Fassmann und Loni Esberger schwer mit dem Automobil. Während Loni verhältnismäßig gut davonkam, erlitt Herr Fassmann einen Schädelbasisbruch. Es ging also um sein Leben und wir mussten um ihn bangen. Nach einem langen Jahr der Gebete und des Hoffens hatte das Orchester ihn dann, Gott sei Dank, wieder. Man kann sich vorstellen wie erleichtert alle waren.

„Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber es unmöglich ist zu schweigen“
(Victor Hugo)

Während dieses Jahres führte Loni Esberger mit viel Geschick das Orchester durch alle Proben und Veranstaltungen. In seiner kameradschaftlichen Art war er stets der ruhende Pol, der es immer wieder geschickt verstand, ausgleichend zwischen Spielern und Dirigenten zu vermitteln. Am 10. Mai 1975 gab die LYRA mit unserer Beteiligung ein Konzert, dessen Reinerlös helfen sollte, den Bau des Hallenbades zu verwirklichen. Was daraus wurde, wissen wir bereits. Ferner trat das Orchester in diesem Jahr am 28. September noch beim „Tag der Heimat“ der Sudetendeutschen Landsmannschaft auf und war zum „Welttierschutztag“ am 4. Oktober vom Tierschutzverein engagiert worden. An diesem Tag hat das Orchester das erste und einzige Mal seine Dienste verweigert, und das sogar mit Einverständnis des Veranstalters und des Publikums. Nach „Die Diebische Elster“ zeigte man einen Film über Vogelmord. Danach war es uns unmöglich, weiter Musik zu machen. Mit Schmunzeln denken einige von uns an den Vereinsausflug 1976 nach Col de la Schlucht in den Vogesen zurück. Bei phantastischem Essen und erlesenen Getränken bewegten wir uns wie „Gott in Frankreich“ durchs Elsaß. Unsere Route ging über Straßburg, Mulhaus und Colmar. Viel Schlaf gab´s in dieser Nacht natürlich nicht, zumal Harald Schmitt mitternächtlich im Nachbarzimmer weiße Mäuse suchte. Ob er sie fand oder etwas besseres, hat er uns nicht verraten. Die herrliche Wanderung bei schönstem Wetter durch die Vogesen hat dann die Müdigkeit vom nächsten Morgen schnell verfliegen lassen. Ging in Frankreich noch ein laues Lüftchen, so wehte auf der Heimfahrt ein ganz anderer Wind, als man im Bus den Munster-Käse auspackte, den die Wirtsleute uns mitgegeben hatten.
1977 packte Reiner Gottwald ein unruhiges Gefühl. Er sagte sich: „Bevor es verboten wird, tue ich es lieber!“ Und so trat er dann am 25. Februar 1977 mit seiner Waltraut vor den Traualtar.

 

 

Kleine Akkordeongeschichte

Um das Jahr 3000 vor Christi – so behauptet das Buch der Chroniken (Schu-Ching) – soll der legendäre „Gelbe Kaiser“ Huang Ti den Gelehrten Ling Lun in die westlichen Bergregionen seines Landes ausgesandt haben, damit er das Lied des Vogels Phoenix einfinge. Ling kam mit dem Cheng zurück und fing so die Musik für die Menschheit ein. Er tat somit auch den ersten Schritt zur Entstehung des Akkordeons, denn das Cheng ist das erste bekannte Instrument, das auf einem frei vibrierenden Stimmzungen-Prinzip basiert, das auch die Basis der Tonerzeugung in einem Akkordeon ist. Geformt dem Phoenix zu ähneln hatte das Cheng zwischen 13 und 24 Bambuspfeifen, einen kleinen Flaschenkürbis der als Resonanzkasten und Windkammer wirkte und ein Mundstück. Es blieb nach Jahrhunderten der Benutzung so gut wie unverändert und zog die Aufmerksamkeit europäischer Musiker und Handwerker auf sich, nachdem es um 1770 nach Russland gebracht worden war. Ob das die Einführung des Prinzips der frei vibrierenden Stimmzungen nach Europa war, ist allerdings umstritten. Bereits im 12. und 13. Jahrhundert war in England das „portative“ sehr verbreitet. Es bestand aus einer kleinen Tastatur, Blasebälgen und Stimmzungen und wurde mit Riemen am Spieler befestigt. Das „Regal“, später auch „Bible Regal“ genannt wegen seiner weitverbreiteten Benutzung in Kirchen, war der nächste Schritt in Richtung Akkordeon. Es besaß eine Tastatur, einen oder zwei Blasebälge, aber anders als das Akkordeon und andere offene Stimmzungen-Instrumente besaß es Stimmzungen die denen einer Oboe ähnelten. Es wurde vom 15. bis zum 18. Jahrhundert häufig zur Begleitung von Madrigalsängern benutzt. Am Ende wurde es unpopulär, da es die Tendenz hatte sich leicht zu verstimmen.

Dem Instrumentenmacher Cyrillus Damian aus Wien wurde oft die Kreation des ersten richtigen Akkordeons zugeschrieben. Er war der Erste, der ein Instrument dieses Namens zum Patent anmeldete nachdem er eine königliche Schirmherrschaft für seine Erfindung 1829 erhalten hatte. Die ersten richtigen Akkordeons tauchten jedoch 1821 in Wien und 1822 in Deutschland auf. 1821 erfanden Häckel in Wien und kurz darauf Christian Friedrich Buschmann in Berlin mundgeblasene Instrumente aus der Familie der Freistimmen-Balginstrumente. Ein Jahr später fügte Buschmann seinem Instrument Blasebalg und Knopftastatur hinzu und nannte es „Handeoline“. Sie ist wahrscheinlich der erste klar erkennbare Vorfahre des modernen Akkordeons. 1829 fügte Damian dem Baß weitere Akkorde hinzu und patentierte es als „Akkordeon“. Er stellte auch ein Akkordeon her, das er „Handharmonika“ nannte. Von 1830 an setzte sich die Entwicklung des Akkordeons mit beschleunigter Geschwindigkeit fort. Ein Lehrheft Adolph Müllers aus dem Jahr 1835 listet sechs Arten Akkordeon auf, alle diatonisch und in den Schlüsseln C, D oder G. Das erste chromatische Instrument wurde erst 1850 auf Verlangen des Akkordeonisten Walter gefertigt.

1840 erfand Heinrich Band aus Krefeld das Bandoneon. Es ist noch heute in Argentinien sehr populär und vom Tango nicht wegzudenken. Im selben Jahr vollendet Alexandre Debain in Paris sein Harmonium. Die Flutina-Polka, patentiert 1851 von Busson hatte zwei Register von Stimmzungen. (Busson war es auch, der der von Wheatstone 1829 erfundenen Concertina eine Klaviertastatur hinzugefügt hatte und sie dann Orgelakkordeon genannt hatte). 1854 patentierte Leterne von Paris ein ähnliches Instrument mit nur einem zweiten Satz Stimmzungen, leicht anders gestimmt als das erste, das zum ersten Musette gestimmten Akkordeon wurde. Die Entwicklung setzte sich fort, ständig wurden Verfeinerungen hinzugefügt und Ende des 19. Jahrhunderts wurden für eine Reihe von Varianten Patente angemeldet. Z. B.: Die Chromatina, entwickelt in Bayern von G. Mirwald hatte vier Oktaven und Klangregister. Das Autophon, New York 1880, funktionierte automatisch mit Pappstreifen, mehr oder weniger wie ein Pianola. Die Akkordeonherstellung im größerem Maß begann in den 60ern des 19. Jahrhundert. 1862 gab es in Klingenthal bereits 20 Hersteller. Einige Firmengründer der Zeit sind noch heute wohlbekannt. Ursprünglich ein Uhrmacher in Trossingen, begann Matthias Hohner (1833-1902) 1857, Akkordeons in seiner Werkstatt zu bauen. Soprani folgte 1872 in Castelfidardo und Dallape 1876 in Stradella.

Gestaltungswünsche von Musikern halfen die Form und Gestalt der Instrumente ständig zu verbessern, und dank des Drucks professioneller Spieler einigten sich die Hersteller Anfang des 20. Jahrhunderts auf eine Standardgröße und –form, mit 19,5 Inch der vereinbarten Länge für eine Klaviatur mit 41 Tasten. Frühere Akkordeons hatten keine Schulterriemen die es dem Spieler erlaubten das Instrument nahe am Körper zu halten. Die älteren Modelle wurden gespielt, indem man den rechten Daumen, den kleinen Finger und manchmal den Ringfinger der rechten Hand unter die Oberstimmentastatur legte. Man hatte deshalb nur zwei Finger frei, um die Tastatur zu bedienen. Der Daumen der linken Hand wurde ebenfalls unter dem Instrument gehalten, um ihm einen festen Halt zu geben. Die meisten Spieler tragen heutzutage doppelte Riemen. Das „Bajan“, ein Akkordeon mit Einfachriemen (meist auch mit Knopftastatur) das die Tastatur in einem weniger aufrechten Winkel hält, ist in Russland sehr populär. Mit all den Verbesserungen hat sich die Qualität der Aufführungen im Laufe der Zeit wesentlich erhöht. Es gibt ein beträchtliches Repertoire von Werken, die speziell für das Akkordeon geschrieben wurden. Man denke nur an die Volksmusiken, nicht nur in Deutschland sondern weltweit. Die Tatsache, dass das Akkordeon in den USA auch als Hauptfach an Universitäten zugelassen ist, beweist auch die Legitimität des Instruments für klassische Musik. So haben denn auch keine geringeren wie z. B. Tschaikovsky, Berg, Repnikov, Prokofiev und viele andere für das Akkordeon komponiert. Bereits 1842 hat Glinka das Akkordeon in seiner Oper „Russlan und Ludmilla“ kompositorisch eingesetzt. Aber auch in der populären Musik hat es sich seinen Weg gebahnt. Eine Menge Künstler haben das Akkordeon auf der Bühne oder bei Plattenaufnahmen eingesetzt. The Beatles, Billy Joel, Neil Diamond, The Rolling Stones, Emerson, Lake & Palmer und die Beach Boys, um nur einige zu nennen. Und die Jazz-Welt hat solche großartigen Akkordeonisten wie Art Van Damme, Mat Matthews, Tommy Gumina und Angelo di Pippo gesehen. Das A K K O R D E O N – es hat sich auch als Soloinstrument bewährt. Es passt gut zur Klarinette, zum Saxophon, der Flöte und zum A O R.

„Wer die Musik liebt, kann nie ganz unglücklich werden“
Franz Schubert

 

 

Die 60er Jahre

Am 7. Mai 1960 wurde noch einmal an den Bayerischen Meisterschaften für Akkordeon in Weilheim teilgenommen, bei dem das Orchester den 1.Platz in der Hauptstufe belegte. Dirigent bei diesen Meisterschaften war Dieter Lizurek, er hatte die Vertretung übernommen, weil Herr Fassmann wegen Herzproblemen eine Zeit lang pausieren musste. Dies sollte für lange Zeit (bis 1987) die letzte Teilnahme an einem Wettbewerb sein. War es die Zeit der Hochkonjunktur, die den Leuten keine Zeit mehr ließ, oder meinte Herr Fassmann, Platz 1 sei ohnehin nicht zu toppen? Wir wissen es nicht! Zur Muttertagsfeier am 13. Mai 1961 im Sportheim Kreutles tat sich, neben dem Orchester, Reiner Gottwald mit zwei Solobeiträgen hervor. Unter Mitwirkung der LYRA feierte man 1962 ausgiebig das 10jährige Bestehen des Vereins. Das Programm sah wie folgt aus: Ouvertüre in D, Walzer in As-Dur, Wenn ich ein König wär´, Harmonika auf Wanderschaft, Wiener Bürger, Italienische Dorfmusik, Ole guapa und Florentiner Marsch. Mit einem Solo, Concertino in G-Dur, glänzte einmal mehr? Na? Dreimal dürfen Sie raten! – Natürlich Reiner Gottwald, einer unserer besten Spieler.

„Musik ist die Kurzschrift des Gefühls“
(Leo Tolstoi)

Es gibt Dinge, die kommen selbst bei den fortschrittlich denkenden Menschen nicht aus der Mode. Seit Menschengedenken treibt es immer wieder Männlein und Weiblein zueinander (Ausnahmen lasse ich unerwähnt). Und so begann denn auch 1962 der Hochzeitsreigen. Den Anfang machten am 19. September unsere hochgeschätzten Wirtsleute Marga und Ludwig Blank in der Laurentius-Kirche in Roßtal. Die nächsten waren dann Marga und Franz Giptner. Sie gaben sich am 4. Mai 1963 das Jawort. Am 31. August 1963 sah man dann das Orchester im Schweinsgalopp durch Roßtal düsen, denn an diesem Tag standen gleich zwei Hochzeiten auf dem Terminkalender. Josef Dierl traute sich mit seiner Irmgard und auch Hans Knoll wollte nicht zurückstehen, deshalb trug er seine Anni am gleichen Tag zum Traualtar. Was blieb dem Orchester anderes übrig? Es musste Gas geben, um ja kein Bier schal werden zu lassen. Am Ende des Reigens der 60er, am 24. November 1967, gaben sich Anni und Sieghart Strupf das Jawort. Ob die Anni ihrem Sieghart auch immer so schöne Witzchen erzählt hat wie uns? Natürlich standen auch in diesem Jahrzehnt wieder eine Reihe Konzerte auf dem Programm. Erwähnenswert dabei ist die gute Harmonie mit den anderen Vereinen, allen voran der LYRA. „Es singt und klingt zum Feierabend“. Unter diesem Motto stand die Veranstaltung der LYRA am 30. November 1963 im Kandelsaal. Mitwirkende waren, neben dem Männer- und gemischten Chor der LYRA, das Hornquartett der Nürnberger Sinfoniker, Ernst Redwig (Solo-Posaunist), Klaus Ulrich (Klavier) und wir.



Die weiteren Termine sahen wie folgt aus: Am 12. März 1965 musikalische Umrahmung einer Veranstaltung in Rehdorf, am 27. November 1965 Mitwirkung am „Volkstümlichen Lieder- und Musikabend“ der LYRA, am 18. Dezember 1965 Weihnachtsfeier des Sängerbundes 1846 im „Goldenen Löwen“ in Zirndorf, am 27. April 1968 lud der „Liederkranz“ in Neumarkt/Oberpfalz zum Volkskonzert ein, am 6. Mai 1968 Lieder und Musikabend der LYRA, am 19. Mai 1968 Chorabend der Männergesangsvereine Weinzierlein und Regelsbach in Regelsbach, am 14. Dezember 1968 Weinachtsfeier beim SV Großhabersdorf und am 21. Dezember beim Sängerbund 1846. Am 17. Mai 1969 fanden die „Zirndorfer Kulturwochen 1968/1969“ statt. Neben vielen Chören und Orchestern beteiligte sich unser Orchester mit zwei Titeln: Präludium Op. 112 und der „Suite für Harmonika-Orchester“.

1966 stand der Kauf einer neuen Orgel für Christkönig an. Das Akkordeon-Orchester gab aus diesem Anlass ein Kirchenkonzert zusammen mit dem Kirchenchor St. Johannes. Der Reinerlös wurde zum Kauf der Orgel verwendet. Aus gleichem Anlass gab es nochmals einen Konzertabend der katholischen Pfarrfamilie mit unserer Mitwirkung. Die freiwilligen Spenden wurden dem gleichen Zweck zugeführt. Umrahmt von einem musikalischen Programm der Kapelle Kriegelstein, dem Kirchenchor und dem Akkordeon-Orchester Roßtal, verabschiedeten wir am 15. Dezember des Jahres 1967 Herr Pfarrer Otto Rodenbücher. Festredner waren Bürgermeister Wiesinger, Rektor Hönel, Herr Zankl, Pfarrer Etting, Pfarrer Grundherr und Baron von Landsberg.


Von links: Hans Knoll, Franz Giptner, Erwin Klink,
Theo Lösch und am Schlagzeug Herr Falkner.

Mit den Weihnachtsfeiern am 14. Dezember 1969 im „Goldenen Löwen“ zusammen mit dem Liederchor Siemens und dem Männerchor des Sängerbundes, und der „Weihnacht bei der LYRA“ am 20. Dezember im Kandelsaal, schlossen wir dieses Jahrzehnt.