Für das JAOR war nach 28 Jahren Spielzeit, 2004 leider das Jahr der Trennung. Wegen Nachwuchsmangel hat sich Herr Detlev Woityschyn schweren Herzens, nach Absprache mit seinen Spielern, dazu entschlossen. Wir vom AOR bedauern es sehr und hoffen gleichzeitig, daß die Zukunft wieder einen größeren Zuspruch für das Erlernen der Akkordeonmusik bringt. Wir danken Ihm für seinen jahrelangen, unermüdlichen Einsatz. Vor allem während der langen Zeitspanne in der er zu jedem Probeabend am Dienstag, von München aus an- und abreisen musste.

 

Was wünscht sich das JAOR für die Zukunft?


Weiterhin viel Spaß, mehr Nachwuchs, mehr Auftritte, weitere gemeinsame Unternehmungen
Ein kleiner Einblick, aber Sie sehen, es gibt noch viel zu tun.

Wir sind noch lange nicht am Ziel mit der Selbstorganisation, der gegenseitigen Verantwortung und dem gestalten und erleben von Musik. Ich weiß auch nicht, ob wir dieses Ziel im JAOR durch die wechselnden Spieler, den Austritten und den persönlichen Interessen einzelner jemals erreichen.


 

Leider ist zwischenzeitlich das JAOR nur noch Vergangenheit.

Keine Nachwuchsspieler, Berufliche, Private und schulische Aktivitäten der ehemaligen Jugendspieler zwangen uns schweren Herzens zur Aufgabe und Auflösung des JAOR. ..... Leider .....

Die Ära des Detlev Woityschyn

Wie hieß es in einem unserer Protokolle: „Wir sind praktisch bei der Stunde Null angelangt......“ und so war einer der Schwerpunkte die Werbung und Integration neuer Mitspieler, um den Kader wieder zu vergrößern. Auch dies gelang ganz gut, so daß das JAOR Mitte März aus 14 SpielerInnen bestand. Der erste offizielle Auftritt war am 15.05.1994 bei der AWO-Muttertagsfeier in Ammerndorf.
Neben den Proben sammelten sich im Laufe der Zeit einige Auftritte (Taufen, Hochzeiten, Konzerte, Weihnachtsfeiern, Ständchen....) und auch einige Ausflüge (Holiday Park, Kino, Bowling, Schwimmbad, Brunch....) an.
Nicht zu vergessen das jährliche Grillfest mit dem obligatorischen Fußballspiel zwischen Jung und Alt.

Den Jugendlichen soll es Spaß machen, sie sollen lernen, wie gesagt lernen - und dazu gehören auch Fehlschläge - eigenverantwortlich zu handeln und Ideen oder Aufgaben auch eigenständig umzusetzen. Von der eigentlichen Probenarbeit einmal abgesehen, tritt bei Aktivitäten wie z.B. Planung, Protokollierung und Moderation von Sitzungen und gemeinsamen Ausflügen der Dirigent nicht als Leiter oder als Führungsposition auf, sondern hält sich vielmehr im Hintergrund und nimmt eher die Rolle eines „Coaches“ ein. - Soweit es natürlich Sinn macht.

Dies ist sicherlich nicht ganz einfach. Erste Anfänge der Selbstorganisation und der gegenseitigen Verantwortung zeigten sich für mich bei unserem Auftritt in der Westernstadt „Pullman City“. Hier waren vor allem die Jugendlichen gefragt.

Von der gemeinsamen Stückeauswahl, dem Erstellen der Texte für die Moderation und schließlich auch für die Umsetzung beim Auftritt waren die Jugendlichen voll integriert. Ich denke, so macht es dann auch Spaß. Und so soll(te) es auch sein.

Die Ära des Anton Gebert

Unser erster öffentlicher Auftritt als JAOR war dann ein Jahr später am 29.10.1977 beim 25jährigen Jubiläumskonzert des AORs. Unter der Leitung von Anton Gebert, der von 1976 bis 1988 das JAOR dirigierte, spielten wir das Stück „Spielt auf Ihr Musikanten“. Von da ab hatten wir immer mehr öffentliche Auftritte. Sei es bei Jubiläumsveranstaltungen verschiedenster Organisationen, auf Weihnachtsfeiern, auf Hochzeiten, im Krankenhaus und vieles mehr.

Besonders in der Weihnachtszeit waren wir als Ensemble bzw. als JAOR ziemlich gefragt. Ein Beispiel hierfür ist der jährliche Auftritt an Heilig Abend im „Helene-Schultheiß-Heim“ in Zirndorf. Pünktlichst um 5 vor 12 bekommen wir auch heute noch von Anton Gebert das Programm. Dann wird es immer knapp und wir fragen uns:

Wer kann alles spielen?
Welche Stücke spielen wir?
Wer spielt welche Stimme?
Wo treffen wir uns?

Schließlich schaffen wir es immer wieder zumindest mit einer Abordnung des JAOR bzw. AORs die Weihnachtsfeier im „Helene-Schultheiß-Heim“ mit unserer Musik zu bereichern.

Insiderwitze und Anekdoten wie, z.B. der Lichtausfall während eines Auftritts, die Schallplattenaufnahme in Nürnberg, der Auftritt an der Grenze in Hof, die abgesagte Probe u.v.m., gäbe es schon viele zu erzählen, aber das ist hier sicherlich der falsche Rahmen.

So langsam entwickelten wir uns. Die Technik, die Interpretation, der Vortrag, das Zusammenspiel wurde immer besser. Die Basisarbeit von Herr Gebert fruchtete und so probten wir ab 1984 teilweise schon beim AOR unter der Leitung von Hr. Franz Fassmann mit. Damals war es anfänglich eine enorme Umstellung für mich im JAOR und im AOR mitzuspielen. Aus heutiger Sicht finde ich den „schleichenden Übergang“ gar nicht mal so schlecht. Er sollte vielleicht nicht so lange dauern wie bei mir. Als nämlich 1988 Herr Christian Kaiser das Amt des Dirigenten übernahm, half ich mangels Spieler weiterhin im JAOR aus.

Die Ära des Christian Kaiser

Christian Kaiser leitete von 1988 bis 1993 das JAOR. Auch hier war es wieder ein Neuanfang, neue Spieler mußten integriert werden, wir mußten uns wieder zusammenfinden und natürlich hatte auch Herr Kaiser andere Vorstellungen von Interpretation und Vortrag etc. als Herr Gebert.
Doch wir konnten uns auf diese Situation sehr schnell einstellen und unseren ersten öffentlichen Auftritt unter Herrn Kaiser bereits am 18.12.1988 bei der Weihnachtsfeier des VdK in Burgfarrnbach absolvieren. Bei der dreistündigen Weihnachtsfeier spielten wir unter anderem „Aschenputtel“, „Schwarzwaldklinik“, „Leicht beswingt“ und „Ein Männlein steht im Walde“. Für die damaligen Umstände ein sehr anspruchsvolles und umfangreiches Programm für die erst kurze Probenarbeit mit Christian Kaiser.

Wenn ich so zurückblicke und in den Unterlagen wälze, fällt mir auf, daß dies auch die Zeit der Hochzeiten war. Und so studierten wir neben der U-Musik und den Stücken für die Wertungsspiele in Hof auch Werke mit ernsterem Charakter wie z.B. „La Paix“ aus der Feuerwerksmusik oder das Stück “Arioso” ein. Besonders zu erwähnen ist hier vielleicht der Kinderwagen, der bei Fritz Zwingels Hochzeit auf das Hausdach der frisch Vermählten gehoben wurde. Doch dies nur am Rande.

Sie sehen neben der intensiven Probenarbeit und den verschiedensten Aufführungen bleibt die Gaudi und die Abwechslung bei uns im Verein über Jahre hinweg nicht auf der Strecke. Doch wie heißt es so schön, „Nichts ist für die Ewigkeit“, und so mußte sich das JAOR 1993 einer neuen Herausforderung stellen.

Herr Fassmann, gab sein Abschiedskonzert und übergab den Dirigentenstab an Christian Kaiser. Seitdem übernahm ich die Leitung des JAORs.